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Modellkommode, Regency, England, um 1820

Auf gedrechselten Spitzfüßen hochrechteckiger Korpus aus Mahagoni mit geriefter Sockelleiste in gerader, durch ein halbrundes Profil abgesetzter Deckplatte endend. Die Deckplatte ist mit einem ausdrucksstarken Mahagonifurnier belegt und dreiseitig durch ein breites Band aus Ahorn und Adern aus Ebenholz eingerahmt. In der Front vier graduierte Schübe, teils aus Eiche, teils aus Mahagoni gefertigt, frontseitig mit Mahagoni furniert, die Kanten in ebonisiertem Birnbaum abgesetzt. Profilierte Messinggriffe originalgetreu ergänzt. Innen ursprünglich mit blauem Papier ausgeschlagen, nun in olivgrünem, handgeschöpftem und mit Blumenranken bedrucktem Loktapapier ausgekleidet.

Als Thomas Sheraton (1751-1806) in den 1790er Jahren seine Möbelentwürfe in den “Drawing Books” veröffentlichte, befand sich England bereits stilistisch in der Epoche des Neoklassizismus. Sheraton hat die Ideen seiner neoklassizistischen Vordenker, Adam und Hepplewhite, konsequent zum Ende gebracht, indem er auf jegliches Schnitzdekor verzichtete und alles auf Klarheit und Geradlinigkeit reduzierte, betont durch kontrastierende Hölzer wie Mahagoni und Satinholz oder Ahorn und feine Faden- oder Bandintarsien aus Ebenholz, Buchsbaum oder Palisander. Das Erscheinen seiner Entwürfe 1794 in Deutschland begründete das Biedermeier.

In einer Zeit, in der es keine Fotografie gab und entsprechend keine Möbelkataloge, dienten Modellmöbel zur Veranschaulichung von Möbelentwürfen und dem Können der Tischlerwerkstatt, in der sie entstanden. Wie kostbar damals der Werkstoff Holz war, lässt sich an solchen Modellmöbeln übrigens auch ablesen: Man verwendete Reste, die beim Bau großer Möbel übrig geblieben waren. So erstaunt es nicht, dass die Schübe teilweise aus Eiche und teilweise aus Mahagoni gefertigt wurden.

Erhaltung: Die Kommode hat eine wundervolle Patina und wurde nicht abgeschliffen, sondern nur gewachst und poliert. Es sind Spuren vorangegangener Restaurierungen erkennbar: Die originalen Griffe sind mit der Zeit teilweise ausgebrochen, was man an der obersten Schublade unterhalb des linken Griffs sehen kann, und wurden durch moderne Kopien ersetzt. Die oberste Schublade hat eine ergänzte Zarge auf der Rückseite. Drei der gedrechselten Füße sind ebenfalls ergänzt. In den Seiten des Korpus verliefen feine Schwundrisse, die verfüllt worden sind. Einige Holzwurmlöcher in der untersten Schublade, allerdings ohne aktiven Holzschädling. Das ursprünglich blaue Papier der Innenauskleidung war extrem fleckig und verschlissen. Deshalb wurde es mit einer neuen Tapete überklebt. Das sind im Grunde alles Schäden, die man nach so langer Zeit erwarten kann und schmälern keineswegs die Schönheit dieses Möbels.


Miniaturmöbel aus dem Zeitalter der Eleganz.

Maße: H 34,3cm, B 35cm, T 18,1cm

Preis: 790,00€
zzgl. 8,00€ Verpackung und Versand



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